Das "wilde Mannli" (Johannes Seluner) wohnte um 1844 in der Höhle "Wildmannlis Loch".

In unmittelbarer Nähe befindet sich unsere bekannte Alpwirtschaft Wildmannli, welche während des Sommers geöffnet ist.

Fritz Ammann betreibt in Starkenbach seit mehr als 30 Jahren eine traditionelle Schweizer Sennsattlerei. Dort wird das typische Alp- Equipment (Kuhglocken mit Riemen, Sennengürtel, Hundehalsbänder usw.) gefertigt und angeboten.

Inzwischen sind diese qualitativ hochwertigen Alp- Accessoires weltweit eine begehrte Ware. Barack Obamas Hund trägt ein solches "Sennen-" oder "Chüeli"- Halsband, Schellen und Glocken sind ein zeitloses Prestigeobjekt.

Unsere Produkte sind echte schweizer Handarbeit, in ihnen lebt Jahrhunderte alte Tradition weiter. "Was schenkt man jemandem, der bereits alles hat", meinte ein holländischer Kunde treffend. Gerne werden unsere Edel- Souvenirs um die Welt geschickt, zum Beispiel nach Canada, USA oder Südafrika. Wir durften schon bedeutende Firmen wie den Flughafen Zürich zu unseren Kunden zählen.

Hosenträger und Chüeligurte mit Initialen werden auf Anfrage individuell hergestellt. Die Beschläge fertigt Werner Huser individuell, die Beschläge hier im Shop sind gestanzt worden.

Selbstverständlich können Sie weiterhin auf Anmeldung vor Ort bei uns im Toggenburg vorbei schauen, wir freuen uns!

https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/werdenberg-obertoggenburg/ziselieren-bringt-entspannung-ld.979993:

Ziselieren bringt Entspannung

In der Werkstatt von Werner Huser ist ein gleichmässiges rhythmisches Hämmern zu hören. Mit dem Ziselierhammer und einem speziellen Werkzeug bearbeitet er ein Messingstück. Werner Huser hält einen Moment inne und sagt: «Für mich ist diese Arbeit Entspannung.



Christiana Sutter

In der Werkstatt von Werner Huser ist ein gleichmässiges rhythmisches Hämmern zu hören. Mit dem Ziselierhammer und einem speziellen Werkzeug bearbeitet er ein Messingstück. Werner Huser hält einen Moment inne und sagt: «Für mich ist diese Arbeit Entspannung.» Der Landwirt zieht sich in seine Werkstatt im Stall, gleich oberhalb des Wohnhauses am St. Johanner Berg zurück, wenn etwas Zeit zwischen dem Füttern des Viehs bleibt, «oder wenn das Wetter schlecht ist».

Motivation: Eigener Hosenträger

Ansporn für sein Hobby, das ihm auch einen Zusatzbazen bringt, hatte er vor rund 25 Jahren. «Ich wollte einen neuen Trachten-Hosenträger.» Einen zu kaufen war dem Bauern zu teuer. «Mir kam die Idee, einen Hosenträger selber zu machen.» Er besuchte einen Ziselierer, der ihn in das traditionelle Handwerk einführte. Dieser sagte ihm, dass dies schon viele versucht haben, aber meistens gescheitert sind.

Werner Huser begann nicht gleich mit dem Ziselieren eines «Mösch» – den verschiedenen Messingstücken des Hosenträgers – für sich. Er fing klein an und fertigte zuerst einen «Buben-Hosenträger». Der Ablauf ist immer derselbe. Zuerst wird das gewünscht Stück mit einer Vorlage auf einer Messingplatte gezeichnet. Anschliessend wird es ausgeschnitten, die Löcher werden zentriert und dann gebohrt. Der Brauen auf der Rückseite des Stücks wird abgeschliffen, die Löcher ausgesägt und dann die Kanten gebrochen. Dann endlich, beginnt das feine Handwerk: das Ziselieren.

«Mösch» benötigt viel Arbeit

Werner Huser nimmt ein neues vorbereitetes Messingstück und legt es vor sich auf die Platte. Er nimmt eines der vielen Werkzeuge und haut mit dem Ziselierhammer mit schnellen Schläge auf die Rückseite des ehemaligen Heugabelzinken. Klock, klock tönt es gleichmässig in der Werkstatt. Durch nichts lässt er sich stören. Im Hintergrund ertönt volkstümliche Musik. Werner Huser schaut auf. «Musik bedeutet mir viel.» Huser wechselt das Werkzeug. «Für einen Hosenträger benötige ich je nach Ausführung 40 bis 70 Stunden Arbeit. Ein <Tierli-Hosenträger> dauert am längsten.» Der grösste «Mösch», den Werner Huser ziseliert hat, besteht aus 36 Stücken. Wenn die einzelnen Stücke ziseliert sind, werden die Nietenlöcher gebohrt, der Brauen abgeschliffen, und das fast fertige Stück bombiert.

Als Abschluss wird jedes einzelne Teilchen poliert.

Werner Huser beim Ziselieren in seiner Werkstatt im Boden-Berg, Alt St. Johann. (Bild: Christiana Sutter)

Geschenk zum 40. Geburtstag

Er schaut auf, sein Blick wandert zum Fenster hinaus. Ein Schmunzeln zieht sich über sein Gesicht, denn er erinnert sich an seinen ersten «Tierli-Hosenträger». Der Auftrag kam von «Wildmannli» Fritz Ammann, dieser besitzt in Starkenbach eine Sattlerei. «Ich musste den <Mösch> mit den Initialen WH auf Ende Oktober fertigstellen.» Werner Huser staunte nicht schlecht, als er den «Tierli-Hosenträger» von seiner Frau zu seinem 40. Geburtstag geschenkt bekommen hat.

«Ein Hosenträger bleibt meistens in einer Familie und wird getragen, bis er auseinanderfällt.» In all den Jahren hat Werner Huser schon viele Stücke für Hosenträger, Schellenriemen und Gürtel ziseliert. «Ich weiss nicht genau wie viele», sagt er und nimmt sich das nächste «Messing-Tierli» für einen weiteren «Mösch».

Werner Huser verwendet Messingplatten, die 1,20 x 0,70 m gross sind. Die Messingplatten schneidet er in Streifen. Je nach Bedarf weisen die Messingplatten eine andere Dicke auf. Die Platten für beschlagene Hosenträger sind 1,25 mm dick. Für Senntumschellen verwendet er Platten, die 1,50 mm dick sind. Die dicksten Messingstücke sind für Schellenschnallen bestimmt: sie weisen eine Dicke von 6 mm auf. Von der Messingplatte bis zum fertigen Hosenträger sind viele Arbeitsgänge nötig. Zuerst zeichnet er die Sujets auf die Metallstreifen. Anschliessend sägt er die Tiere oder Ornamente mit der Decoupiersäge aus. Jetzt folgen das Ziselieren und später allenfalls das Bombieren. Der letzte Arbeitsgang ist das Polieren des «Möschs».